Ein neues Jahr liegt vor uns. Noch ist vieles offen, unbeschrieben, ungewiss. Wir wissen nicht, was kommen wird – welche Freuden uns erwarten, welche Herausforderungen uns begegnen, welche Stürme wir durchstehen müssen. Gerade deshalb tut es gut, am Beginn des Jahres ein Bild vor Augen zu haben, das Halt gibt.
Der Anker steht seit jeher für Hoffnung, Stabilität und Sicherheit. Ein Schiff wirft den Anker nicht aus, wenn alles ruhig ist, sondern dann, wenn es Halt braucht. Der Anker verhindert nicht den Sturm, aber er bewahrt davor, abgetrieben zu werden. So erinnert er uns daran: Auch unser Leben braucht einen festen Grund, der uns hält, wenn die Wellen hochgehen.
Dass dieser Anker zugleich die Form eines Kreuzes trägt, verleiht dem Bild eine tiefe christliche Bedeutung. Das Kreuz ist kein Zeichen der Flucht aus der Wirklichkeit, sondern ein Zeichen der Nähe Gottes mitten in der Wirklichkeit. Es sagt uns: Gott ist nicht fern, wenn das Leben schwierig wird. Er ist da, wo Menschen kämpfen, hoffen, leiden und neu anfangen. Das Kreuz ist der Ort, an dem Gott sich endgültig an unser Leben „festgemacht“ hat.
Zum Jahresbeginn dürfen wir dieses Bild als Zusage verstehen: Wir gehen nicht haltlos in die Zukunft. Wir sind verwurzelt in Gottes Liebe – das ist der Grund, der uns trägt. Und wir sind verankert in der Nächstenliebe – das ist die Richtung, die unserem Leben Sinn gibt. Vielleicht wird dieses Jahr nicht ruhig. Vielleicht wird es Fragen geben, Entscheidungen, Abschiede oder Neuanfänge. Doch der Anker im Kreuz erinnert uns: Unsere Hoffnung hängt nicht an äußeren Sicherheiten, sondern an Gott, der treu bleibt. Wer sich an ihm festmacht, kann mutig vorangehen. So lädt uns das neue Jahr ein, den Anker bewusst auszuwerfen: im Vertrauen auf Gott, im offenen Herzen für andere, im festen Glauben daran, dass kein Sturm stärker ist als die Liebe, die uns hält.
Allen wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr!